Weiter Wissen. Mit uns! – Kulturelles Erbe

Im Rahmen der bundesweiten Initiative WEITER WISSEN – initiiert vom Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv) und verschiedenen wissenschaftlicher Bibliotheken in Deutschland – stellen wir die im Fokus stehenden Themen Kulturelles Erbe, Open Access, Forschungsdatenmanagement, Lernorte sowie Forschung und Entwicklung, die einige der zentralen Aufgaben von wissenschaftlichen Bibliotheken ausmachen, hier im Blog vor und zeigen, wie sie von unserer Bibliothek umgesetzt werden.

Was ist Kulturelles Erbe?

Kulturelles Erbe umfasst die Gesamtheit der kulturellen Werte und Traditionen, die von einer Gesellschaft über Generationen weitergegeben werden. Es beinhaltet sowohl materielle Objekte wie Schriften, Kunstwerke, historische Gebäude und Artefakte als auch immaterielle Elemente wie Bräuche, Musik und mündliche Traditionen.

Wie wird Kulturerbe an der Universitätsbibliothek bewahrt?

Bibliotheken spielen eine wichtige Rolle bei der Bewahrung und Vermittlung des kulturellen Erbes. Wir tun dies durch Sammlung und Archivierung, Digitalisierung und Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und tragen dadurch dazu bei, das kulturelle Erbe zu bewahren und zukünftigen Generationen zugänglich zu machen.

Unsere Digitalen Sammlungen

  • Die Kinder- und Jugendbuchsammlung Aiga Klotz bildet mit knapp 12.000 Bänden einen charakteristischen Grundstock der Kinder- und Jugendliteratur des späten 19. und der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Anfang 2016 von der Universität Bielefeld unter der Federführung von Frau Prof. Dr. Petra Josting, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, erworben, stellt die Sammlung eine epochale und inhaltliche Ergänzung zum Sammel- und Forschungsschwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur dar. Die digitale Sammlung enthält neben urheberechtsfreien Werken auch vergriffene Werke, deren Urheberrechte zwar noch nicht erloschen, für welche aber keine Rechteinhaber mehr nachweisbar sind. Die Universitätsbibliothek hat die Lizenzen für die dauerhafte digitale Präsentation dieser Werke erworben.
  • Im Rahmen des von der NRW-Akademie der Wissenschaften und der Künste geförderten Projekts „Niklas Luhmann – Theorie als Passion“ wird der im Nachlass des Soziologen Niklas Luhmann (1927-1998) befindliche Zettelkasten Niklas Luhmanns digitalisiert. Der Zettelkasten mit insgesamt über 90.000 handbeschriebenen Notizzetteln im DIN-A-6-Format besteht aus zwei Teilen: einer ersten Sammlung mit ca. 23.000 Zetteln, die zwischen 1952 und 1961 angelegt wurde, sowie einer zweiten, die zwischen 1961 und 1997 entstanden ist und ca. 67.000 Zettel umfasst. Der Zettelkasten dokumentiert die Theorieentwicklung Luhmanns auf eine einzigartige Weise, so dass man die Aufzeichnungen auch als seine intellektuelle Autobiographie verstehen kann.
  • Die Sammlung der Zeitschriften der Aufklärung ist eine digitale Rekonstruktion der vollständigen Korpora der größten Rezensionsorgane und Literaturzeitschriften der deutschen Aufklärung und folgender Perioden. Die Auswahl der Zeitschriften beruht im wesentlichen auf ihrer Verzeichnung im „Index deutschsprachiger Zeitschriften 1750 – 1815“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Die digitale Veröffentlichung dieser Zeitschriften im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Programms „Kulturelle Überlieferung“ geförderten Projekts „Retrospektive Digitalisierung wissenschaftlicher Rezensionsorgane und Literaturzeitschriften des 18. und 19. Jahrhunderts aus dem deutschen Sprachraum“ ermöglicht erstmals die vergleichende Forschung durch einen synoptischen Zugriff auf die deutschen Fachpublikationen aus der Periode der Aufklärung und nachfolgender Geistesströmungen.
  • Die Sammlung Geschichtsbilder im Wandel der Zeit umfasst Digitalisate von Bildmedien, die im 19. und 20. Jahrhundert im Geschichtsunterricht und zum Teil in anderen Fächern eingesetzt worden sind. Die Medien stammen aus dem Deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus, der DDR und der BRD. Die Sammlung bewahrt didaktisches Material, das in seiner analogen Form, der Rollwandkarte, dem Rollwandbild und der Bildtafel, im Moment aus der historischen Bildung verschwindet. Das Material zeigt Situationen und Entwicklungen, zum Beispiel die Karten „USA-Werden einer Großmacht“ oder „Tausend Jahre Abendländischer Geschichte“, die Bilder „Germanen als Nachbarn der Römer“ oder „Siedler strömen ins Preußenland“. Bestimmte Motive sind Kind ihrer Zeit, manche ziehen sich durch mehrere Zeitschichten, politische und didaktische Systeme hindurch. Der Vergleich verspricht interessante Einblicke in Geschichtsbilder im Wandel der Zeit. Ein kleiner Teil der digitalen Sammlung ist open access zugänglich, der größere Teil nur universitätsintern.
  • Die Werke aus dem Bestand zeigen eine Auswahl von älteren und teilweise seltenen Druckwerken des 15. bis beginnenden 20. Jahrhunderts aus dem Bestand der UB Bielefeld. Hier sind zum Beispiel Drucke bekannter Schriftsteller des 18. bis 20. Jahrhunderts wie Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke, Franz Kafka und William Shakespeare vorhanden. Aber auch alte Stadtrechtsordnungen aus dem 16. bis 17. Jahrhundert, Reisebeschreibungen und weitere Dokumente sind hier zu finden.
  • Die Autographen-Sammlung enthält über 100 Briefe, Manuskripte, Postkarten und Gedichte namhafter Autoren des 18. bis 20. Jahrhunderts aus dem deutschsprachigen Raum. Vertreten sind Autographen unter anderem von Gottfried Benn, Friedrich von Bodelschwingh, Bertolt Brecht, Joseph Freiherr von Eichendorff, Franz von Liszt, Theodor Fontane, Jacob Grimm, Arthur Schnitzler, Thomas Mann, Franz Werfel und Stefan Zweig.
  • Die Zipser Drucke stammen aus dem Bestand der Lyzealbibliothek in Käsmark und wurden u.a. mit Hilfe des Vereins zur Erforschung und Förderung interkultureller Beziehungen in der Slowakei digitalisiert und zugänglich gemacht. Die Digitalisate und der Katalog der Zipser Bibliotheken entstanden im Rahmen eines Projekts zur Geschichte und Kultur der Region Zips in Kooperation der Universitätsbibliothek Bielefeld mit der Nationalbibliothek der Slowakei und anderen slowakischen Organisationen und Verbänden.

Beteiligung am Projekt „Corpus Libri et Liberi“ (Colibri)

Eine digitale Sammlung deutschsprachiger Kinder- und Jugendliteratur aus dem Zeitraum von 1801 bis 1914 aufzubauen ist das Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts „Corpus Libri et Liberi“ (Colibri), sinngemäß Korpus Kinderbücher. Aus den Beständen der Projekt- und Kooperationspartner – der Universitätsbibliothek Bielefeld, der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Braunschweig sowie der Stiftung Internationale Jugendbibliothek München – wurden rund 15.000 Bücher digitalisiert. Mittels Texterkennung entsteht ein Textkorpus, der es Forschenden ermöglichen soll, Analysen mit Methoden der Digital Humanities durchzuführen. Damit knüpft das Projekt einerseits an die von der DFG umfangreich geförderte Digitalisierungsstrategie für Drucke des 18. Jahrhunderts im Rahmen des „Verzeichnisses der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts“ (VD 18) an und schließt zugleich eine Lücke zu den im Projekt „Europeana Collections 1914-1918″ digitalisierten Kinder- und Jugendbüchern.

Unser Service: Digitalisierung on Demand

Monographische Werke bis zum Erscheinungsjahr 1994 aus dem Bestand der Universitätsbibliothek können, sofern sie nicht mehr im Buchhandel lieferbar sind, digitalisiert werden. Die Möglichkeit Digitalisierungsvorschläge an die Bibliothek zu schicken, ist im Bibliothekskatalog zu finden. Im Falle einer positiven Prüfung der lizenzrechtlichen Fragen wird das Werk durch die Universitätsbibliothek Bielefeld gescannt und anschließend in den Digitalen Sammlungen veröffentlicht.

Historischer Altbestand

Die Universitätsbibliothek bewahrt auch einen kleinen historischen Altbestand, der über 7.000 Druckwerke aus der Zeit vor 1800 umfasst. Dieser besonders schützenswerte Bestand, Briefe und die Autographen-Sammlung werden im Rara-Magazin aufbewahrt. Diese Werke können entweder über den Katalog.plus! in den Sonderlesesaal bestellt und unter Aufsicht eingesehen werden oder sie wurden bereits digitalisiert und sind in den Digitalen Sammlungen zu finden.