Im Rahmen der bundesweiten Initiative WEITER WISSEN – initiiert vom Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv) und verschiedenen wissenschaftlicher Bibliotheken in Deutschland – stellen wir die im Fokus stehenden Themen Forschungsdatenmanagement, Kulturelles Erbe, Lernorte, Forschung und Entwicklung sowie Open Access, die einige der zentralen Aufgaben von wissenschaftlichen Bibliotheken ausmachen, hier im Blog vor und zeigen, wie sie von unserer Bibliothek umgesetzt werden.
Was ist Forschungsdatenmanagement?
Forschungsdatenmanagement bedeutet, die im Rahmen eines Forschungsprojektes anfallenden Daten methodisch-systematisch zu erheben, zu organisieren, zu bewahren, zu dokumentieren und nachnutzbar zu machen. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus („Data Life Cycle“) der Forschungsdaten in den Blick genommen:
- Planung eines Forschungsprojektes
- Datenerhebung
- Dokumentation und Organisation
- Speicherung
- Analyse
- Publikation
- Archivierung
- Nachnutzung
Wie wird Forschungsdatenmanagement an der Universitätsbibliothek Bielefeld umgesetzt?
Die Universitätsbibliothek ist federführend an der zentralen Servicestelle für Forschungsdatenmanagement an der Universität Bielefeld beteiligt. Das Kompetenzzentrum Forschungsdaten wird von der Universitätsbibliothek und dem BITS getragen und bietet Services rund um das Forschungsdatenmanagement für Wissenschaftler*innen der Universität Bielefeld.
Beratung
Viele Forschungsförderer erwarten bereits bei der Beantragung von Forschungsgeldern Datenmanagementpläne, die zu Projektbeginn erstellt und im Rahmen des geförderten Projektes fortlaufend aktualisiert werden müssen. Auch wissenschaftliche Journale verlangen zunehmend die Veröffentlichung der einem Artikel zugrundeliegenden Forschungsdaten.
Das Kompetenzzentrum Forschungsdaten berät Forschende aller Fakultäten (mit Ausnahme der Medizin) individuell zu allen genannten Bereichen des „Data Life Cycle“. Forschende der Medizin wenden sich an das Servicezentrum Medical Data Science. Inhaltlich unterstützt das Kompetenzzentrum Forschungsdaten auch bei der Klärung von datenschutzrechtlichen und ethischen Fragen sowie bei Fragen der Informationssicherheit. Mit den jeweiligen weiteren Ansprechpersonen für diese Themen (Datenschutzbeauftragte, Ethik-Kommission, Informationssicherheitsbeauftragter etc.) steht das Team des Kompetenzzentrums Forschungsdaten daher in regelmäßigem Austausch.
Schulungen
Darüber hinaus bietet das Kompetenzzentrum Fortbildungen zum Forschungsdatenmanagement an. Im Rahmen des Personalentwicklungsprogramms für Forschende und Lehrende (PEP) werden regelmäßige Schulungen veranstaltet, die verschiedene forschungsdatenbezogene Aspekte behandeln. Neben einer Einführung in das Forschungsdatenmanagement umfasst das aktuelle Angebot weitere Kurse zu Datenmanagementplänen, zum Datenschutz für Forschungsprojekte sowie zur Einführung in GitLab.
Neu ist: In diesem Semester wird ein NRW-weites Schulungsprogramm für Forschungsdatenmanagement pilotiert, an dem das Kompetenzzentrum beteiligt ist. Das Programm ist für Forschende aller Hochschulen in NRW geöffnet.
Dienste
Die Universitätsbibliothek hostet eine eigene GitLab-Instanz, die Forschende für das Speichern und Veröffentlichen ihrer Forschungsdaten nutzen können. Zudem unterstützt das Kompetenzzentrum Forschungsdaten bei der Nutzung von RDMO, einem Tool für die strukturelle Erstellung von Datenmanagementplänen, sowie bei der Verwendung von Sciebo für Forschungsdaten.
Über das hochschulweite Repositorium PUB – Publikationen an der Universität Bielefeld können Forschende der Universität ihre Forschungsdaten formal korrekt, langzeitverfügbar und zitierfähig veröffentlichen. Dabei wird jeder veröffentlichte Datensatz mit einem Digital Object Identifier (DOI) versehen – ein weltweit eindeutiger, dauerhaft gültiger Verweis, der die Daten auffindbar und zitierbar macht.

