1.000 Besucherinnen und Besucher bei Lesungen in der Bibliothek

„Lesenacht in der Universitätsbibliothek“ und „Bielefelder Poet in Residence“ wieder ein großer Erfolg.

237 Nov 2016 - Klaus Kordon - Lesung für Erwachsene

Jedes Jahr im Herbst wird es abwechslungsreich und spannend, wenn die beiden großen Leseereignisse – „Lesenacht“ und „Bielefelder Poet in Residence“ – zu Lesungen in die Universitätsbibliothek einladen.

Die „Lesenacht“, veranstaltet von der Universitätsbibliothek in Kooperation mit dem Zentrum für Ästhetik, richtet sich an alle Leseinteressierten innherhalb und außerhalb der Hochschule. An unterschiedlichen Lesestationen tragen Lehrende und Studierende Passagen aus Büchern vor, die sie für besonders empfehlenswert halten. Eine prominente Abschlusslesung rundet die Lesenacht ab.

„Bielefelder Poet in Residence“ ist eine Veranstaltung des Fachs Germanistik der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, zu der einmal jährlich im Herbst eine Autorin/ ein Autor aus dem Bereich der Kinder- und Jugendliteratur im Rahmen des gleichnamigen Seminars eingeladen wird. Während des mehrtägigen Gastaufenthalts an der Universität analysieren und diskutieren die Studierenden die Werke des Poet, sie erfahren etwas von ihrem/ seinem Schreiballtag – von Inspirationen, Themenfindung, Übersetzungsproblemen und Vermarktungsstrategien. Zum Veranstaltungsformat gehören auch öffentliche Lesungen in der Universitätsbibliothek.

238 Nov 2016 - Lesenacht - Abschlusslesung - Mechtild Borrmann

Mechtild Borrmann – Abschlussleserin der XI. Lesenacht in der Universitätsbibliothek

Die XI. „Lesenacht in der Universitätsbibliothek“ fand am 17. November statt. Das Programmspektrum reichte von Jane Austen über Mark Twain bis zur Graphic Novel. An vier Lesestationen konnten die Besucherinnen und Besucher aus unterschiedlichen Lesungen ihr ganz persönliches Lesenachtprogramm zusammenstellen und so die Lesungen besuchen, die sie auf gar keinen Fall verpassen wollten. In der Pause präsentierte eine kleine Formation der UniBigband unter der Leitung von Hans-Hermann Rösch auf der Galerie Jazz-Klänge, während die Café-Bar kulinarische Snacks für Bücherwürmer servierte. Die mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnete Bielefelder Autorin Mechtild Borrmann fesselte ihr Publikum in der Abschlusslesung mit ihrem brandneuen Roman Trümmerkind.

Klaus Kordon - Bielefelder Poet in Residence 2016

Klaus Kordon – Bielefelder Poet in Residence 2016

„Bielefelder Poet in Residence 2016“ war der Kinder- und Jugendbuchautor Klaus Kordon. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen, Lyrik und Bilderbücher. Kordon wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für seine an Jugendliche gerichtete Erich Kästner-Biografie Die Zeit ist kaputt (1994). Viele persönliche Erfahrungen fließen in das Werk des Schriftstellers ein, der in Ostberlin geboren wurde, früh Waise war und deshalb in Heimen aufwuchs. Nachdem er sein Abitur an einer Abendschule nachgeholt hatte, studierte er Volkswirtschaft und arbeitete als Exportkaufmann. Dieser Beruf führte ihn nach Afrika, Australien, Südamerika und Asien. Sein Versuch, mit der Familie aus der DDR zu fliehen, scheiterte und brachte ihn mit seiner Frau zusammen ins Gefängnis. Nach einjähriger politischer Haft wechselte er 1973 aus der DDR in die Bundesrepublik, heute lebt er in Berlin.

Am 24. November las Klaus Kordon im Informationszentrum der Bibliothek aus seinem Roman Krokodil im Nacken, in dem er mit bestechender Authentizität ein Stück deutsch-deutscher Zeitgeschichte erzählt.

Schülerinnen und Schüler aus Bielefelder Grundschulen, Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien erlebten Klaus Kordon live in der Universitätsbibliothek am 25. November bei einer seiner beiden Lesungen für angemeldete Schulklassen. Um 9.00 Uhr las er für Schülerinnen und Schüler der Klassen 4 und 5 die Reise zur Wunderinsel, um 11.15 Uhr folgte für die Klassen 7 bis 9 Joss oder der Preis der Freiheit. Zwischen und nach den Lesungen beantwortete Klaus Kordon jede Menge Fragen, gab ein Interview für einen Literaturkurs und schrieb geduldig Autogramme.

 

Impressionen nach Lesungen:

240 Nov 2016 - Klaus Kordon - Lesung für Erwachsene

Bielefelder Poet in Residence – Klaus Kordon im Gespräch mit Studierenden.

 

241 Nov 2016 - Klaus Kordon - Schülerlesung Klassen 7-9 - Interview mit drei Schülerinnen

Exklusivinterview für Schülerinnen eines Literaturkurses der Klassen 7-9.

 

242 Nov 2016 - Klaus Kordon - Schülerlesung Klassen 4-5

Ganz hoch im Kurs: Autogramme, Autogramme, Autogramme.

 

243 Nov 2016 - Klaus Kordon - Schülerlesung Klassen 4-5

Abschlussfoto mit Schülerinnen und Schülern der Klassen 4 und 5.

Veränderungen zum 01. Januar 2017: Abschaltung von Stud.IP und Einstellung des Scan-Services für Digitale Semesterapparate

Ab dem 1. Januar 2017 besteht eine neue Rechtslage für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke für Unterricht und Forschung. Über die Hintergründe hat das Rektorat der Universität Bielefeld bereits am 12. Oktober informiert.
Eine wichtige Folge der Neuerungen besteht darin, dass ab dem 1. Januar 2017 in den digitalen Lernplattformen keine urheberrechtlich geschützten Schriftwerke ohne Genehmigung des Rechteinhabers mehr stehen dürfen.

Bitte beachten Sie, dass unser Scanservice für digitale Semesterapparate zum 31. Dezember 2016 eingestellt wird.
Ebenso wird das bis zum Sommersemester 2016 eingesetzte eLearning-System Stud.IP zum 31. Dezember 2016 abgeschaltet. Bitte laden Sie noch benötigte Materialien rechtzeitig herunter. Ab dem 01.01.2017 besteht kein Zugriff mehr auf Stud.IP und die eingestellten Unterlagen!
Über die Möglichkeiten der Archivierung von Stud.IP-Inhalten informiert die folgende Archivierungs-Anleitung:

Archivierungs-Anleitung (PDF)

Auf einer neu eingerichteten Webseite der Universität finden Sie Informationen, Handreichungen und Ansprechpartner zu allen Veränderungen und den Auswirkungen für die Universität Bielefeld:

Aktuelle Informationen zum Urheberrechtsgesetz § 52a und den Auswirkungen für die Universität Bielefeld

Informationen zur Weihnachtsschließung

Im Rahmen der Universitätsschließung bleibt auch die Universitätsbibliothek geschlossen. Die Bibliothek (alle Fachbibliotheken, Informationszentrum und Zentrale Leihstelle) ist bis Freitag, 23. Dezember 2016, 17.30 Uhr geöffnet. Bitte beachten Sie, dass die Kopiergeräte aus technischen Gründen bereits um 17.00 Uhr abgeschaltet werden.

Ab Montag, 2. Januar 2017, 8.00 Uhr öffnet die Bibliothek wieder mit den üblichen Öffnungszeiten.

Regelungen zur Ausleihe präsenter Bücher während der Schließung

Damit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Examenskandidaten und Studierende möglichst bedarfsgerecht arbeiten können, bietet die Bibliothek die Möglichkeit, ausnahmsweise auch präsente (nicht ausleihbare) Literatur auszuleihen:

  • Professorinnen und Professoren sowie das wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Personal der Universität können im gewohnten Rahmen präsente Literatur über die Feiertage ausleihen.
  • Examenskandidatinnen und -kandidaten, Doktorandinnen und Doktoranden und die weiteren Tischapparatsinhaber erhalten ab dem 15. Dezember 2016 besondere Ausleihkonditionen für präsente Medien. Die betroffenen Nutzergruppen werden gebeten, sich mit ihrer jeweiligen Fachbibliothek in Verbindung zu setzen, um die genauen Nutzungsbedingungen zu erfahren.
  • Studierende der Universität Bielefeld ohne Prüfungsbedingungen dürfen maximal 3 präsente Medien ausleihen. Diese Ausleihe kann ausschließlich am 23. Dezember 2016 erfolgen. Die Bücher müssen spätestens am 3. Januar 2017 zurückgegeben werden.
  • Externe Nutzerinnen und Nutzer sowie Studierende anderer Hochschulen erhalten keine Möglichkeit zur Präsenzausleihe.


Die Universitätsbibliothek wünscht allen Nutzerinnen und Nutzern frohe Weihnachten und ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr!

100 Millionen Nachweise in der Suchmaschine BASE

Trefferliste aus BASE mit Anzeige der "Dokumentarten"

Trefferliste aus BASE mit Anzeige der „Dokumentarten“

Unsere wissenschaftliche Suchmaschine BASE hat einen weiteren Meilenstein erreicht: Die bibliographischen Angaben (Autor, Titel, Abstract usw.) von über 100 Millionen wissenschaftlichen Dokumenten sind indexiert und können über BASE durchsucht werden. Die Volltexte (PDFs) von etwa 60% der indexierten Dokumente sind Open Access, also weltweit frei und kostenlos zugänglich.

BASE ist damit – neben Google Scholar – die größte wissenschaftliche Suchmaschine weltweit. BASE ist zudem eine der größten europäischen Suchmaschinen überhaupt.

Ausgebaut und verfeinert haben wir in letzter Zeit vor allem die Erkennung von Open-Access-Dokumenten und die Zuordnung zu Dokumentarten. Sie können nun z.B. gezielt nur nach Zeitschriftenaufsätzen, Buchkapiteln oder Vorträgen suchen. Hierbei kommen von uns intellektuell erstellte Tabellen zum Einsatz, über die die heterogenen Angaben aus den Originaldaten dem jeweiligen Oberbegriff zuordnet werden.

Trefferliste aus BASE (Web-Dokument) nach einer Suche im Katalog.plus!

Treffer aus BASE nach einer Suche im Katalog.plus!

Die Möglichkeit, eine Trefferliste auf Open-Access-Nachweise einzuschränken, hilft Ihnen dabei, nur Dokumente zu finden, die weltweit kostenlos und ohne Registrierung zugänglich sind.

BASE ist auch im Katalog.plus! integriert. Bei einer Recherche erhalten Sie Treffer aus BASE im Reiter „Web-Dokumente“.

Nachweise aus BASE sind über verschiedene Schnittstellen inzwischen in zahlreichen anderen Suchmaschinen und Portalen in aller Welt integriert. Der von der Universitätsbibliothek Bielefeld aufgebaute Index trägt so zu einer weltweiten Sichtbarmachung von Open-Access-Nachweisen bei.

Bielefelder Poet in Residence 2016: Klaus Kordon

Der Kinder- und Jugendbuchautor Klaus Kordon, dessen Werk Romane, Erzählungen, Lyrik und Bilderbücher umfasst, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für seine an Jugendliche gerichtete Erich Kästner-Biografie „Die Zeit ist kaputt“ (1994). Viele persönliche Erfahrungen fließen in das Werk des Schriftstellers ein, der in Ostberlin geboren wurde, früh Waise war und deshalb in Heimen aufwuchs. Nachdem er sein Abitur an einer Abendschule nachgeholt hatte, studierte er Volkswirtschaft und arbeitete als Exportkaufmann. Dieser Beruf führte ihn nach Afrika, Australien, Südamerika und Asien. Sein Versuch, mit der Familie aus der DDR zu fliehen, scheiterte und brachte ihn mit seiner Frau zusammen ins Gefängnis. Nach einjähriger politischer Haft wechselte er 1973 aus der DDR in die Bundesrepublik, heute lebt er in Berlin.

Bekannt ist Kordon vor allem für seine historischen Romane, die im 19. und 20. Jahrhundert spielen (z.B. „Die roten Matrosen„), mit denen er Heranwachsende und Erwachsene gleichermaßen fesselt. Seine autobiografischen Romane wie „Krokodil im Nacken“ oder die „Brüder wie Freunde„-Trilogie für Kinder erzählen vom Leben in der DDR. Mit Büchern wie „Spucke im Sand“ oder „Der Weg nach Bandung“ macht er mit dem Kinder- und Jugendalltag in den sog. Entwicklungs- und Schwellenländern vertraut. In Klaus Kordons Büchern findet man aber auch Komisches, wie in „Der Käpt’n aus dem 13. Stock„.

In einem Interview für die Kinderbuch-Couch sagte er: „Meine Kindheit ist sehr stark von Büchern geprägt worden. Ich wäre ein ganz anderer geworden ohne die Bücher, die ich als Kind gelesen habe. Alle Autoren, die ich gelesen habe, haben mir etwas gegeben und ich möchte heute auch einer sein, der Kindern etwas gibt. Es geht auch nicht um die Unterscheidung, schreibe ich nun Kinderbücher oder Erwachsenenbücher. Es sollen gute Bücher werden.“

Vom 22. bis 25. November ist Klaus Kordon Bielefelder Poet in Residence 2016, das heißt, er arbeitet und diskutiert in diesen Tagen vor allem mit Studierenden.

Es gibt auch zwei öffentliche Lesungen:

Donnerstag, 24.11.2016, 18.30 – 20.30h / Lesung in der Universitätsbibliothek Bielefeld, Bauteil U0, Zugang über den Bibliothekseingang U1 (Rechtswissenschaft) auf der Galerie in der ersten Etage.

Freitag, 25.11.2016, 9.00 – 13.00h / Lesung und Diskussion mit angemeldeten Schulklassen in der Universitätsbibliothek.

Der Eintritt ist frei.

Infos / Kontakt: Prof. Dr. Petra Josting, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, E-Mail: petra.josting@uni-bielefeld.de, Tel.: 0521/106-3706

Die Fachbibliothek Linguistik und Literaturwissenschaft hat eine kleine Auswahl von Klaus Kordons Büchern in einer Buchausstellung zusammengestellt. Die Ausstellungsvitrine befindet sich in der ersten Etage der Fachbibliothek im Bauteil C1 des Universitätshauptgebäudes – der Zugang ist über die Bibliothekseingänge D1 oder E1 möglich.

Mehr als 50.000 Bielefelder Publikationsnachweise in PUB

Kürzlich ist der 50.000ste Publikationsnachweis in PUB eingetragen und öffentlich sichtbar gemacht worden. Diese große Anzahl verteilt sich auf knapp 3.200 Publikationslisten ehemaliger und aktueller Forschender an der Universität Bielefeld.

PUB – Publikationen an der Universität Bielefeld ist die zentrale Plattform, mit der die Bielefelder Forschenden ihre Publikationstätigkeit dokumentieren.
PUB ist das Instrument, mit dem Publikationslisten gepflegt, öffentlich sichtbar und über Suchmaschinen auffindbar gemacht werden. Neben der Darstellung auf den Webseiten der Universität Bielefeld können Publikationsnachweise für verschiedene Zwecke in unterschiedlichen Zusammenhängen weiterverwendet werden.
PUB ist auch Dokumentenserver, auf dem Texte und Daten zum Zweck der Selbstarchivierung gespeichert werden oder um die eigenen Publikationen im Open Access verfügbar zu machen.
Als zusätzlichen Mehrwert referenziert PUB führende Indices und disziplinäre Archive wie Web of Science, CrossRef, PubMed, Europe PubMed Central, arXiv oder INSPIRE HEP.
PUB wird von der Universitätsbibliothek betreut und weiterentwickelt.

Nachruf / Dr. Harro Heim: Direktor der Universitätsbibliothek Bielefeld 1968-1984: Leidenschaft für Bielefeld

Dr. Harro Heim an seinem 60. Geburtstag am 4. April 1979

Dr. Harro Heim an seinem 60. Geburtstag am 4. April 1979

Dr. Harro Heim hat den Aufbau und die Gründungsjahre der Universitätsbibliothek Bielefeld maßgeblich gestaltet und geformt. Bibliotheksbau bzw. Bibliotheksorganisation (Bielefelder Modell), Bibliothekstechnologie (Datenverarbeitung in der Bibliothek) und der Servicegedanke für die Nutzerinnen und Nutzer waren im Zentrum seiner Zielsetzungen. Seine pragmatische, moderne und unkonventionelle Herangehensweise führten zu Schlagzeilen wie der folgenden: „Bielefeld (Sch). Die Universitätsbibliothek findet – insbesondere wegen ihres computergestützten Katalog- und Ausleihsystems – schon seit mehreren Jahren internationale Beachtung. Sie gilt als eine der modernsten Bibliotheken der Welt…“

Dr. Harro Heim war sich im Klaren über seine innovative Leistung, die er wie folgt sachlich formulierte: „Das Bielefelder Modell war zur Zeit seiner Entstehung, d.h. 1968, durchaus etwas Besonderes und in der Bundesrepublik singulär, wenn auch nicht folgenlos. Die bis dahin übliche Zwei- und Mehrgleisigkeit des Bibliothekswesens an Universitäten wurde durch ein integriertes Bibliothekssystem, durch eine Gesamtbibliothek abgelöst.“

Für seine modernen Ideen musste Dr. Harro Heim Kritik von hochrangigen Kollegen hinnehmen, aber noch heute profitieren WissenschaftlerInnen und Studierende von den grundlegenden Strukturen, die damals unter der Leitung von Dr. Harro Heim gelegt wurden. Kurze Wege zwischen den Fakultäten und der Bibliothek (die Bibliothek ist auf der Ebene 1 direkt unter den Fakultäten), der Bestand ist nicht im Magazin, sondern steht im Lesesaal frei zugänglich direkt neben den Arbeitsplätzen, und die hervorragenden langen Öffnungszeiten bis in die Nacht hinein sowie die Zugänglichkeit der Bibliothek am Samstag und Sonntag: all dies sind heute Selbstverständlichkeiten – damals war es revolutionär! Mit dieser völlig neuen Struktur und der neuartigen Organisation für eine Universitätsbibliothek zeigte Dr. Harro Heim, wie mittels baulicher Struktur ökonomisiert und optimiert werden konnte. Wo andere Bibliotheken noch mit dem Zettelkatalog arbeiteten, setzte Dr. Harro Heim gleich von Anfang an auf die Technik. Als die Universität Bielefeld 1969 ihren Lehrbetrieb aufnahm, lag bereits der erste vollständige mittels EDV erzeugte Bibliothekskatalog vor, d.h. sowohl die konsequente Einführung der EDV in der Katalogisierung als auch in der Verbuchung waren von Anfang an in Bielefeld Standard. Zu dieser Zeit war das unglaublich innovativ. Im letzten Jahr seiner Leitung fand der Bibliothekartag an der Universität Bielefeld 1984 statt. Es war mein erster Tagungsbesuch überhaupt, aber auch wenn ich noch jung und ohne bibliothekarische Erfahrung war, war ich sicher nicht die Einzige, die schwer beeindruckt war von dieser innovativen Bibliothek.

Die neuen Grundideen, die Dr. Harro Heim gesetzt und umgesetzt hat, haben alle folgenden Direktoren weitergeführt und sie sind noch bis heute hochaktuell und haben ihre Gültigkeit behalten (nicht nur in Bielefeld). Die derzeitigen Schwerpunkte der heutigen Bielefelder Bibliothek sind überschrieben mit „Dienstleistung aus Überzeugung“ und „Innovation aus Tradition“. Selbst beim Personalaufbau im IT-Umfeld – damals ADV-Abteilung – gab es damals wie heute dieselben Probleme. „Bei der Besetzung der ADV-Abteilung kam erschwerend hinzu, dass geeignete bibliothekarische Kräfte mit spezifischen, dazu möglichst fundierten DV-Kenntnissen nirgendwo zu finden waren. In der Fachausbildung fehlte das Gebiet der ADV damals völlig. Daher war es zu Beginn nur möglich, berufsfremde Anfänger in Programmierung ausbilden zu lassen…“(aus Heim, Harro: Die Universitätsbibliothek Bielefeld 1968-1984. München 1984). 30 Jahre später freuen wir uns über gut ausgebildete IT-Kolleginnen und Kollegen, die die Bereitschaft mitbringen, sich in bibliothekarische Sachverhalte einzuarbeiten.

Auch wenn sich die Rahmenbedingungen des wissenschaftlichen Arbeitens seit 1984 stark verändert haben, gelten die von Dr. Harro Heim gesetzten Grundlinien weiterhin. Die Universitätsbibliothek Bielefeld kann für sich in Anspruch nehmen, den Wandel ins digitale Zeitalter immer wieder mit neuen Entwicklungen angestoßen zu haben. Seit ihrem Bestehen gehört die Bibliothek zu den Pionieren elektronischer Informationsdienste.

Dr. Harro Heim war von 1968-1984 leitender Bibliotheksdirektor an der Universitätsbibliothek Bielefeld. Am 3. Juli 1996 wurde er zum Ehrenbürger der Universität ernannt. Zum letzten Mal war Dr. Harro Heim zum 40jährigen Jubiläum 2009 noch persönlich in die Universitätsbibliothek gekommen, um mit uns zu feiern – wo ich ihm einmal persönlich begegnet bin. Seine Leidenschaft für das Bibliothekswesen und für seine Bibliothek war ungebrochen.

Dr. Harro Heim starb am 12. Oktober 2016 in Wien.

Barbara Knorn, Direktorin der Universitätsbibliothek Bielefeld, im Oktober 2016