Nach mehr als 25 Jahren an der Universitätsbibliothek Bielefeld tritt Barbara Knorn in den Ruhestand. Seit dem Jahr 2000 war sie in unterschiedlichen Funktionen in der Bibliothek tätig – von der Projektkoordination über die Arbeit in Fachreferaten und die Leitung des Benutzungsbereichs bis zur Übernahme der Direktion im Jahr 2013. Als Leiterin der Bibliothek setzte Barbara Knorn wichtige Impulse – insbesondere bei der Digitalisierung, der Entwicklung neuer Serviceangebote und der Stärkung von Open Access. Sie hinterlässt damit ein solides Fundament für die weitere Entwicklung der Universitätsbibliothek.
Barbara Knorn, Leitende Bibliotheksdirektorin
„Die vielen Erfolge unserer Bibliothek in den letzten zwei Jahrzehnten beruhen auf der hervorragenden Zusammenarbeit der Kolleginnen und Kollegen. Für ihr großes Engagement danke ich ihnen herzlich und bin zuversichtlich, dass die Universitätsbibliothek Bielefeld auch ohne mich ihren Prinzipien treu bleibt und sich weiterhin positiv entwickeln wird.“
Barbara Knorn führte die Bibliothek mit Offenheit für Wandel und einem klaren Blick nach vorn. Sie begegnete Herausforderungen entschlossen und setzte sich dabei stetes für die Belange der Mitarbeitenden ein. Wo es nötig war, blieb sie hartnäckig und konnte auch dann klar Position beziehen, wenn es nicht bequem war. Ihr Handeln war dabei stets zukunftsorientiert – mit dem Ziel, die Bibliothek als Serviceeinrichtung nachhaltig weiterzuentwickeln und für alle Mitarbeitenden ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen.
Dirk Pieper, Ständiger Vertreter der Leitenden Bibliotheksdirektorin,
Bereichsleiter Bibliothekstechnologie und Innovationsmanagement
„Frau Knorn hat ab 2004 als Dezernatsleiterin Benutzung, ab 2013 als zunächst kommissarische und ab 2015 dann als Leitende Bibliotheksdirektorin die Universitätsbibliothek wesentlich geprägt. Ihre stets klare und verlässliche Führung als auch die konsequente Vertretung der Interessen der Bibliothek in der Universität waren die Voraussetzung dafür, dass die Bibliothek die vielen Herausforderungen und Umbrüche in dieser Zeit meistern konnte.“
Unter der Leitung von Barbara Knorn baute die Bibliothek in den vergangenen Jahren ihren Bestand auf mehr als 1,6 Millionen digitale Titel aus und stärkte damit den orts- und zeitunabhängigen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur. Auch Projekte zur Digitalisierung historischer Kinder- und Jugendliteratur sowie Services wie „Digitalisierung on Demand“ erweitern kontinuierlich das digital verfügbare Angebot.
Zugleich wurde der Ausbau von Open Access gezielt vorangetrieben. Durch Beratungsangebote, Publikationsservices und die Unterstützung entsprechender Infrastrukturen fördert die Bibliothek den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und trägt so zu mehr Sichtbarkeit und Transparenz in der Forschung bei. Die kürzlich erreichte Marke von 100.000 Einträgen im PUB – dem Publikationenserver der Universität Bielefeld – verdeutlicht diese positive Entwicklung. Mit dem Aufbau des Kompetenzzentrums Forschungsdaten und weiterer forschungsnaher Services positionierte Barbara Knorn die Bibliothek als starke Partnerin in Wissenschaft und Forschung.
Als Direktorin stand Barbara Knorn auch vor der Herausforderung, eine zukunftsfähige Bibliothek trotz Konsolidierungsdruck zu schaffen. Dazu leitete sie organisatorische Neustrukturierungen ein und stellte zentrale Bereiche strategisch und personell neu auf. Der Umstieg auf das cloudbasierte Bibliothekssystem ALMA im Jahr 2021 stellte einen wichtigen Meilenstein zur Digitalisierung der internen Geschäftsprozesse dar – die Universitätsbibliothek gehörte damit zur Gruppe der ersten Hochschulbibliotheken in NRW, die das inzwischen landesweit eingeführte System nutzten.
Dr. Sabine Rahmsdorf, Bereichsleiterin Bibliotheksbenutzung,
Baubeauftragte der Bibliothek
„Die Bibliothek hat sich kontinuierlich zu einem modernen und nutzerfreundlichen Lern- und Arbeitsort weiterentwickelt. Ein Anliegen, das Barbara Knorn bereits seit ihrer Zeit als Dezernentin für Benutzung besonders am Herzen liegt.“
Im Zusammenhang mit der grundlegenden Modernisierung des Universitätshauptgebäudes stand und steht die Bibliothek auch in baulicher Hinsicht vor großen Herausforderungen. Diese bieten zugleich die Chance, die Bibliothek als modernen Lern- und Arbeitsort für Studierende weiterzuentwickeln. Wichtige Meilensteine waren die Eröffnung eines Bibliotheksstandortes im Gebäude X im Jahr 2014, die Verlegung der LiLi-Fachbestände in das Interimsgebäude IUB im Jahr 2024 sowie ein Jahr später der Umzug des Bibliotheksdienstleistungszentrums (BDZ) in den neugestalteten Bauteil A/B.
Bei allen räumlichen und organisatorischen Veränderungen bleibt das Selbstverständnis der Bibliothek unverändert: Sie ist und bleibt ein wichtiger Arbeits- und Begegnungsort für Studierende, Forschende und Lehrende. Persönliche Beratung vor Ort, lange Öffnungszeiten, gut erreichbare Fachbestände sowie modern ausgestattete Lern- und Arbeitsumgebungen in einer angenehmen und sicheren Atmosphäre bilden dafür die Grundlage. Parallel dazu erweiterte die Bibliothek ihr Schulungsangebot um neue Anforderungen rund um KI-Kompetenz und Data Literacy – fast 5.000 Schulungsteilnehmende im Jahr 2025 bestätigen die Bedeutung dieser Anpassungen.
Barbara Knorn ist Leitende Bibliotheksdirektorin bis zum 30. April 2026. Ihrer noch zu benennenden Nachfolge hinterlässt Barbara Knorn eine moderne Bibliothek mit vielfältigem Serviceangebot und einem starken Open-Science-Profil.
